Kapitel 9 – Zeit im Verborgenen
Phirun stand noch immer im Haus, als er drau?en Stimmen h?rte.
Kawin.
Somchai.
Niran.
Anan.
Sein Herz schlug schneller.
Doch dann erinnerte er sich an die Worte seiner Mutter.
Du musst dich vorerst verstecken.
Phirun schloss kurz die Augen.
?Es tut mir leid…“, flüsterte er.
Dann überlegte er nicht l?nger.
Er schnappte sich seine Tasche und rannte durch den Hinterausgang des Hauses.
Durch den Garten.
Durch das hohe Gras.
Und weiter.
Er rannte so lange, bis er nur noch die Ger?usche des Waldes h?rte.
Bis die Stimmen hinter ihm verschwunden waren.
Schlie?lich lie? er sich ersch?pft auf einen alten Baumstamm fallen.
Die Dunkelheit des Waldes umgab ihn.
Seine Gedanken wirbelten durcheinander.
?Mama…“, flüsterte er verzweifelt. ?Wo bist du?“
Seine Stimme brach.
?Bitte hilf mir. Ich wei? nicht, was ich tun soll.“
Zur gleichen Zeit betraten Kawin, Somchai, Niran, Anan und Arin das Haus.
Doch Phirun war bereits verschwunden.
Die R?ume waren still.
Kawin sah sich angespannt um.
Dann entdeckte er etwas auf dem Tisch.
Ein Zettel.
Er hob ihn auf.
Darauf stand:
Kawin, bitte suche nicht nach Phirun. Er braucht Zeit, um mit allem, was gerade passiert, zurechtzukommen.
Macht euch keine Sorgen. Ich werde immer bei ihm sein.
— Lalita
Kawins Hand ballte sich zur Faust.
Wütend schlug er gegen die Wand.
?Verdammt!“
Die anderen sahen ihn erschrocken an.
?Ich habe versagt“, sagte er leise.
?Es war noch zu früh, ihm alles zu sagen.“
Seine Stimme wurde rau.
?Und jetzt ist er weg.“
Gerade in diesem Moment vibrierte Anans Handy.
Eine Nachricht.
Von Phirun.
Anan ?ffnete sie sofort.
Es geht mir gut. Macht euch keine Sorgen.
Bitte sucht nicht nach mir.
Ich muss erst selbst herausfinden, ob mein ganzes Leben eine Lüge war.
Ob ihr wirklich meine Freunde seid, weil ihr es wollt…
…oder weil ihr mir an die Seite gestellt wurdet.
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Ich melde mich, wenn ich bereit bin.
Anans Gesicht wurde blass.
?Kawin…“, sagte er leise. ?Was ist hier eigentlich los?“
Seine Stimme war angespannt.
?Warum stellt Phirun unsere Freundschaft in Frage?“
Kawin streckte die Hand aus.
?Zeig mir die Nachricht.“
Nachdem er sie gelesen hatte, sah er zu Arin.
?Es ist genau das passiert, wovor ich Angst hatte.“
Arin nickte langsam.
?Ja.“
In der Zwischenzeit sa? Phirun noch immer im Wald.
Tr?nen liefen über sein Gesicht.
?Mama…“, flüsterte er wieder.
Und pl?tzlich stand sie vor ihm.
Seine Mutter.
?Liebling…“
Phirun sprang sofort auf.
?Mama!“
Sie sah ihn traurig an.
?Es tut mir so leid.“
Dann nahm sie seine H?nde.
?Ich werde dir helfen.“
Phirun sah sie verzweifelt an.
?Ich wei? nicht mehr, wem ich trauen kann.“
Sie l?chelte sanft.
?Dann vertraue mir.“
Sie zeigte in die Ferne.
?Ich bringe dich an einen Ort, den nur ich kenne.“
?Dort wird dich niemand finden.“
Gemeinsam machten sie sich auf den Weg.
Stunden sp?ter erreichten sie einen abgelegenen Ort in den Bergen bei Pai.
Dort stand ein wundersch?nes Haus – ruhig, verborgen zwischen B?umen und Nebel.
Phirun blieb stehen.
?Das… ist unglaublich.“
Seine Mutter l?chelte.
?Hier bist du dieses Mal wirklich sicher.“
Sie sah ihn ernst an.
?Bleib hier, solange du brauchst.“
Dann legte sie ihre Hand auf seine Wange.
?Und wenn du mich brauchst… rufe mich einfach.“
Langsam verblasste ihre Gestalt.
Und Phirun blieb allein zurück.
Ein Jahr sp?ter
Die Zeit hatte Phirun ver?ndert.
Sein K?rper war st?rker geworden.
Seine Bewegungen ruhiger.
Seine Augen entschlossener.
Er hatte trainiert.
Gelernt.
Und versucht, sich selbst zu verstehen.
Doch an diesem Abend sa? er auf der Terrasse des Hauses und sah in den Himmel.
?Ich kann nicht ewig weglaufen…“
Der Wind bewegte die B?ume.
Dann spürte er pl?tzlich etwas.
Eine vertraute Energie.
Phirun drehte sich um.
Hinter ihm stand Kawin.
Sie sahen sich lange an.
Und zum ersten Mal seit einem Jahr wusste Phirun nicht…
ob er erleichtert sein sollte.
Oder Angst haben.
Fortsetzung folgt…

